Referenten für die
11. Zürcher Traumatage

Das Thema Würde ist in Zeiten von Globalisierung und Populismus sehr bedeutsam geworden. Denn die Ausbeutung von Schwächeren und die Machteroberung über das Verkünden von Hassparolen geht immer auch mit der Verletzung der menschlichen Würde einher. Auch überwältigende Erlebnisse durch Trauma hinterlassen über die Ebene der seelischen Verletzungen tiefe Spuren und verletzen die Würde der Betroffenen. Deshalb widmen wir uns dieses Jahr der Würde als einem breitflächig wieder zu pflegenden Wert und den dies oft verhindernden von Scham und Schuld geprägten seelischen Verletzungen.

Dr. Peter A. Levine

Dr. Peter A. Levine hat seit fast 50 Jahren die menschlichen Reaktionen auf Stress und Trauma intensiv studiert und daraus sein Lebenswerk SOMATIC EXPERIENCING (SE) kreiert. Er gilt als weltweit führender Fachmann im Bereich der somatisch ausgerichteten Traumalehre. Er studierte in Berkeley und promovierte in medizinischer Biophysik und in Psychologie. Später war er war Berater für die NASA während der Entwicklung des Space Shuttles, lebte längere Zeit beim Indianer-Stamm der Hopi und lehrte an zahlreichen Kliniken und Schmerz-Zentren in den USA und Europa. Zudem ist er Gründer und Ehren-Präsident der «Foundation for Human Enrichment» in Boulder (Colorado), einer Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, unnötige Traumatisierungen von Babys, Kindern und Erwachsenen zu verhindern.

Er ist Autor der Bestseller «Traumaheilung» (Synthesis-Verlag), «Verwundete Kinderseelen heilen», „Kinder vor seelischen Verletzungen schützen“, «Vom Trauma befreien», „Sprache ohne Worte“ und «Trauma und Gedächtnis» (alle bei Kösel erschienen). Peter Levine wurde mit zwei "Lifetime Achievement Awards“ geehrt: 2010 für besondere Verdienste im Bereich der Körperpsychotherapie und 2020 vom „Psychotherapy Networker“ für sein Lebenswerk. Zurzeit arbeitet er an einer App zum Umgang mit Syndromen und an einer Autobiografie.

Prof. Dr. med. Gerald Hüther (DE)

Gerald Hüther, Dr. rer. nat. Dr. med. habil., Neurobiologe. Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung. Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Praktisch befasst er sich im Rahmen verschiedener Initiativen und Projekte mit neurobiologischer Präventionsforschung. Er schreibt Sachbücher, hält Vorträge, organisiert Kongresse, arbeitet als Berater für Politiker und Unternehmer und ist häufiger Gesprächsgast in Rundfunk und Fernsehen.

So ist er Wissensvermittler und –umsetzer in einer Person.
Studiert und geforscht hat er in Leipzig und Jena, dann seit 1979 am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. Er war Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von 2004 – 2016 als Prof. für Neurobiologie an der Universität Göttingen beschäftigt. 1994-2006 leitete er eine von ihm aufgebaute Forschungsabteilung an der psychiatrischen Klinik in Göttingen. 2006 – 2016 befasste er sich mit der Verbreitung von Erkenntnissen auf dem Gebiet der Neurobiologischen Präventionsforschung. 2015 Gründung der Akademie für Potentialentfaltung und Übernahme ihrer Leitung als Vorstand.
In seiner Öffentlichkeitsarbeit geht es ihm um die Verbreitung und Umsetzung von Erkenntnissen aus der modernen Hirnforschung. Er versteht sich als „Brückenbauer“ zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis. Ziel seiner Aktivitäten ist die Schaffung günstigerer Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potentiale.

Gastgeber: Dr. Urs Honauer

Dr. Urs Honauer ist Leiter des Zentrums für Innere Ökologie und des Polarity Bildungszentrums in Zürich sowie Initiator des Bildungsfestivals in Weggis. Er ist seit vielen Jahren in der Erwachsenenbildung tätig und unterrichtet dabei u.a. SOMATIC EXPERIENCING (SE), Polarity und authentischer Kommunikation (AK).

In seiner Praxis für Innere Ökologie in Zürich arbeitet er mit Menschen jeden Alters (vom Baby bis zum Senior). Er ist der Entdecker des Kommunikationsmodells „authentischer Kommunikation (AK)“. Studienabschluss in Pädagogischer Psychologie, Sonderpädagogik und Publizistik; Promotion im Bereich Sozialpädagogik an der Universität Zürich; Masters in Psychotraumatologie an der Psychiatrischen Polyklinik der Universität Zürich. Studien in Polarity Therapie und
Craniosacralem Balancing bei Dr. John Beaulieu in New York sowie Geburtstraumenarbeit bei Dr. Ray Castellino, Prozessorientierte Psychologie bei Dr. Arnold Mindell, Somatic Experiencing bei Dr. Peter A. Levine.

Die Zürcher Traumatage sind über die Jahre zu einem wichtigen Treffpunkt für Menschen geworden, die sich für die vielschichtigen Folgen von Trauma interessieren. Gerald Hüther und Peter A. Levine gemeinsam an einem Anlass erleben zu können, ist das Geschenk der diesjährigen Durchführung - die ausnahmsweise in den September verschoben wurde.